Die Spitze des Eisbergs

In meiner Coaching-Ausbildung vor 13 Jahren lernte ich das Eisberg Modell und die Arbeit von Paul Watzlawick kennen. Vereinfacht ausgedrückt besagt das Modell, dass bei uns Menschen, wie bei einem Eisberg, nur etwa 20 % in Form unseres Verhaltens sichtbar sind, während die restlichen 80 % (Beziehungsebene, Gefühle, Werte, Ängste, unbewusste Motive) unter der Oberfläche verborgen liegen.
Die Anteile unter der Oberfläche beeinflussen unser Verhalten (Reaktion, Kommunikation). Die alltäglichen Auswirkungen davon kennen wir alle. Wir reagieren oft, für uns selber nicht rational erklärbar heftig auf scheinbar kleine Dinge. Ich lernte damals, mit Klient:innen die darunterliegenden Werte oder andere Triggerauslöser zu eruieren und sichtbar zu machen. Das gab Ahaerlebnisse – mir fehlte aber die Intervention oder das Tool, um das Verhalten bei Triggerthemen wirklich im Kern zu lösen.
Neue Methoden wie NARM™ oder NeuroRe® arbeiten simultan bottom-up und top-down. Durch somatische Achtsamkeit können so die Tiefen des Eisbergs im sicheren Kontakt sanft erforscht werden – quasi wie ein Tauchbuddy, der mit dir in deinem Tempo den ganzen Eisberg und die Auswirkungen an der Oberfläche betrachtet. Durch den sicheren Kontakt kann das Nervensystem neue Erfahrungen machen: die Erfahrung, dass es jetzt sicher ist und keine heftigen emotionalen Reaktionen mehr nötig sind.
Was vielen unglaublich erscheint: Auswirkungen von ungünstigen Erfahrungen im Leben können heute nachhaltig gewandelt werden!
Martin Ledermann, Dezember 2025
