Menschen regulieren sich durch Menschen.

Menschen regulieren sich durch Menschen.
Das ist nicht einfach ein schöner Gedanke – das ist Neurobiologie.
Ich habe Jahre damit verbracht, mein Nervensystem an der Peripherie zu regulieren. Mind. 2 x pro Woche Sport, Eisbaden, Atemtechniken, Yoga, Meditation, Mantras usw. Das ist alles wunderbar, und ich praktiziere einiges davon nach wie vor, wenn mir danach ist. Es ist aber aus Trauma Sicht letztendlich nur Symptombekämpfung.
Das Nervensystem kann sich selber regulieren. Dazu braucht es keine Disziplin, keine Atemübungen, keine regelmässigen Übungen usw. Diese mögen hilfreich sein, um sich in Extremsituationen selber stabilisieren zu können. Ungefähr so wie eine Notfallapotheke für unterwegs hilfreich ist.
Das Nervensystem kann sich selbst regulieren. Was es braucht, damit das Nervensystem wieder auf diese Ressource zugreifen kann, ist eine neue, verkörperte Erfahrung im Hier und Jetzt.
Dann stellt sich Selbstregulation ein. Dann geschieht nachhaltige Regulation, ohne Disziplin, ohne Scheitern. Dann reguliert sich das Nervensystem von selbst. Die Atmung wird tiefer, die Wirbelsäule richtet sich auf, ein Gefühl von Verbundenheit stellt sich ein. Nicht, weil du aktiv etwas tust, sondern weil dein Nervensystem Gefahr, die es bisher detektierte, neu als sicher einstufen kann.
Martin Ledermann, Januar 2026
